Praxis für Fertilität – Das Erstgespräch

Die hochspezialisierten Behandlungsmethoden der assistierten Reproduktion können nicht flächendeckend angeboten werden. Für die Kinderwunschpatienten unseres Bundeslandes resultieren daraus oft erhebliche Anfahrtswege. Es ist unser gemeinsames Interesse, mit möglichst wenigen, aber dafür effektiven Vorstellungsterminen auszukommen. Oft ist auch ein vorbereitender Termin mit unseren Mitarbeitern nützlich, um für das Erstgespräch bereits fehlende Laborwerte und Vorbefunde zu vervollständigen. Für diesen vorbereitenden Termin, der auch einzeln wahrgenommen werden kann, sind die Terminvergaben wesentlich flexibler an Ihre Arbeitssituation und den Regelzyklus anzupassen. Den ersten Arzttermin in unserer Praxis sollten möglichst beide Partner gemeinsam wahrnehmen.

Für die nächsten Vorstellungen ist meist die Anwesenheit der Frau ausreichend. Die erneute Notwendigkeit des gemeinsamen Erscheinens wird Ihnen rechtzeitig angekündigt.

Normalerweise erfolgt die Überweisung für beide Partner durch Ihren Frauenarzt, seltener durch Urologen oder Hausärzte. Auch für privatversicherte Patienten ist eine Überweisung sinnvoll. Sie erleichtert die Kommunikation mit Ihrem Frauenarzt. Eine effektive Zusammenarbeit mit ihm kann Ihnen Zeit und Wege ersparen.

Mit folgenden Informationen und Unterlagen können Sie uns helfen, das Erstgespräch effektiv zu gestalten. Selbstverständlich kann auch ohne Vorliegen dieser Befunde die Behandlung beginnen. Wir werden dann die entsprechenden Parameter erheben bzw. deren Bestimmung veranlassen.

pdf Checkliste Erstgespräch zum ausdrucken

pdf Druckversion „Patienteninformation“ (PDF)

Frau: Vorgeschichte (Anamnese):

Sind Sie schon einmal im Genitalbereich erkrankt oder im Bauchraum operiert worden?
Sind Sie wegen chronischer Erkrankungen (z.B. Diabetes, Bluthochdruck, Schilddrüsen- fehlfunktion, Rheuma) in ärztlicher Behandlung?
Erfolgte bei Ihnen eine Strahlen- oder Chemotherapie wegen einer bösartigen Erkrankung?
Haben Sie mit einer Pille oder Spirale verhütet ( Welche? Ungefähr wie lange?, Wie vertragen?)
Wie lange besteht die Partnerschaft?
Wie lange besteht Kinderwunsch in dieser Partnerschaft, bereits in anderer Partnerschaft?
Welche Behandlungsversuche erfolgten bereits?
Wurde die Durchgängigkeit der Eileiter überprüft?
Falls Befundberichte der Behandlungen, Erkrankungen oder Operationen vorliegen (z.B. Arztbericht, Operationsbericht, histologischer Befund, aktuelle Medikation), sind Kopien hiervon wünschenswert.

Menstruationszyklus:

In welchem Alter setzte die Regel ein?
Alle wieviel Tage haben Sie eine Monatsblutung? Wie lange dauert sie?
Wie geht es Ihnen während der Regelblutung (Notwendigkeit von Schmerzmedikamenten, Krankschreibung)?

Schwangerschaften:

Wann, welcher Ausgang (Geburt, Abort, Eileiterschwangerschaften)?

Laborbefunde:

Blutgruppe ( Alter des Befundes unerheblich)

Tests für
– ansteckende Gelbsucht (Hepatitis A, B, C – Impfung?),
– AIDS (= HIV),
– Röteln (= Rubella, Impfung?),
– Windpocken (= Varicella, Impfung?),
– Toxoplasmose (möglichst nicht älter als 2 Jahre)
– CMV (= Cytomegalie)
– Chlamydia trachomatis

Hormonbefunde für die Funktion von

– Hirnanhangsdrüse (Luteinisierendes Hormon = LH, Follikelstimulierendes Hormon = FSH, Schilddrüsenstimulierendes Hormon = TSH, Prolaktin),
– Schilddrüse (fT3, fT4, Autoantikörper TPO, TRAK, TAK)
– Nebenniere ( Cortisol,DHEAS, Androstendion = ASD, SHBG, Testosteron) und
– Ovar (Progesteron, Estradiol), möglichst mit Angabe des Zyklustages bei Blutentnahme und nicht älter als 2 Jahre.

Mann: Vorgeschichte (Anamnese):

Sind Sie schon einmal im Genitalbereich erkrankt oder operiert worden?
Hatten Sie nach der Geschlechtsreife Ziegenpeter ( Mumps)?
Gibt es in Ihrer Verwandschaft Mucoviszidose (= zystische Fibrose = CF)?
Erfolgte bei Ihnen eine Strahlen- oder Chemotherapie wegen einer bösartigen Erkrankung?

Spermiogramme

( zuvor 3-5(-7) Tage sexuelle Karenz; für die Vorlage bei der Krankenkasse sollte die Erstellung der Spermio- gramme nach WHO-Kriterien erfolgen und für die Kontrolle eines auffälligen Befundes ein Abstand von mindestens 12 Wochen eingehalten werden).

Falls ein urologischer Untersuchungsbefund erhoben wurde (Tastbefund, Ultraschall) oder Befunde von Operationen vorliegen (Arztbericht, Operationsbericht, histologischer Befund), sind Kopien hiervon wünschenswert.

Laborbefunde:

Blutgruppe (insbesondere, wenn Ihre Partnerin Rhesus-negativ ist)

Tests für ansteckende Gelbsucht (Hepatitis A, B, C – Impfung?) und AIDS ( HIV)
– Chlamydia trachomatis

Hormonbefunde für die Funktion von Hirnanhangsdrüse
(Follikelstimulierendes Hormon = FSH,
Luteinisierendes Hormon = LH) und Hoden ( Testosteron), möglichst nicht älter als 2 Jahre.